Dispokredit, Dispozinsen, Überziehungszinsen, Girokonto – das sind Begriffe, mit denen jeder Bankkunde seit langem schon ganz selbstverständlich umgeht. Aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich genau?

Das Girokonto ist im Gegensatz zum Sparkonto ein Konto für den Zahlungsverkehr. Zu diesem Girokonto kann die Bank ihrem Kunden einen Dispokreditrahmen einräumen – es können dann nicht nur Zahlungen vorgenommen werden, für die ein ausreichendes Guthaben auf dem Girokonto besteht, sondern innerhalb des Kreditrahmens auch Zahlungen, für die kein positives Guthaben vorhanden ist.

Dieser Dispokredit heisst eigentlich Dispositionskredit, also Verfügungsdarlehen. Es handelt sich um ein dauerhaftes Darlehensangebot Ihrer Bank an Sie als Kunden und Kontoinhaber, das Sie jederzeit und ohne Kreditantrag innerhalb des Ihnen von der Bank eingeräumten Dispositionskreditlimits, kurz Dispolimit, in Anspruch nehmen können indem Sie ihr Konto schlicht überziehen.

Die Rückzahlung des Dispokredits durch Sie an die Bank kann ebenfalls jederzeit und in beliebiger Höhe erfolgen. Daher werden die anfallenden Zinsen tagesgenau berechnet und meist monatlich oder dreimonatlich in Rechnung gestellt.

Diese Zinsen, die die Bank für dieses Darlehen „Dispokredit“ in Rechnung stellt, heissen Sollzinsen, umgangssprachlich auch Dispozinsen.
So unterschiedlich die Banken sind, so unterschiedlich sind auch diese Dispo-Zinsen.
Von günstigen 6,95 % pro Jahr bis zu aktuell 14,50% pro Jahr betragen die geforderten Dispo Zinsen für den Dispo Kredit.

Wenn der Dispo Kredit einmal nicht ausreicht und Sie das Konto noch weiter überziehen – also über den eingeräumten Dispokreditlimit hinaus – spricht man von einem Überziehungskredit. Die Höhe dieses Überziehungskredits wird in der Regel von der Bank nicht standardmäßig festgelegt. Es empfiehlt sich deswegen, eine solche geplante Überziehung des Kontos über das Dispolimit hinaus vorher mit der Bank telefonisch zu besprechen. Hierbei sollten Sie auch unbedingt nach der Höhe der Zinsen für diesen Kredit, den Überziehungszinsen, fragen. Diese liegen meist noch einmal 5 bis 6 Prozentpunkte über den Dispo-Zinsen – also bei bis zu 19,5 % pro Jahr ! Gerade bei einem Studenten Girokonto oder einem Konto für Selbständige kommt es vor, dass die Banken gar nicht erst einen Dspositionskredit gewähren.

Das Vergleichen der Angebote verschiedener Banken zu Dispozinsen und Überziehungszinsen kann sich also durchaus lohnen !

Vor allem Bankkunden, die regelmäßig ihr Girokonto überziehen und den Dispo-Kredit in Anspruch nehmen wollen oder müssen, sind gut beraten, sich umfassend zu informieren und eventuell auch zu einer günstigeren Bank zu wechseln.
Bei regelmäßiger Nutzung des Dispokredits fällt im Laufe eines Jahres doch einiges an Dispozinsen an – Ausgaben, die man durch die Wahl der richtigen Bank manchmal mehr als halbieren kann.

Dispozinsen News

Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zu den Dispozinsen
Märkische Oderzeitung (Pressemappe)Frankfurt/Oder (ots) - Nun verweisen die Kreditinstitute darauf, dass man beim Dispo ein höheres Risiko habe als bei Ratenkrediten. Komisch nur, dass das durchschnittliche EU-Zinsniveau unter dem deutschen liegt - wo doch die deutschen Verbraucher ... Lesen Sie hier ...

Dispozinsen Raus aus der Falle
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